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Verregneter Sommer
Diesen Sommer seh ichwie der Regen wirklich vomHimmel fällt und strömt überBäume übern Farn übers Moos übersSchneckenhaus bis ins Erdinnere.
Hahnenklee, Schwertlilien, Dotterblumenplustern sich um verfächerte Bäche und Tümpel. Überall drängen Flüsse undStröme an ihre Ufer und überdie Ufer hinaus.
In den Vorstädten laufen die Dächernach wie vielen Jahren ziegelrot an. WetterHähne schalten die Flügel ein daßdie Tropfen stieben wie Tropfen stieben. MitDiamanten gar kein Vergleich.
Alle Wiesen grasgrün. Raben rabenschwarz. Rosen rot. Alles wie sichs gehört.Wie jedes sich selbst gehört. Prallgefülltmit tieffliegenden Mücken drohen dieSchwalben zu platzen vor Glück.
Ulla Hahn
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Verregneter Sommer

Diesen Sommer seh ich
wie der Regen wirklich vom
Himmel fällt und strömt über
Bäume übern Farn übers Moos übers
Schneckenhaus bis ins Erdinnere.

Hahnenklee, Schwertlilien, Dotterblumen
plustern sich um verfächerte Bäche
und Tümpel. Überall drängen Flüsse und
Ströme an ihre Ufer und über
die Ufer hinaus.

In den Vorstädten laufen die Dächer
nach wie vielen Jahren ziegelrot an. Wetter
Hähne schalten die Flügel ein daß
die Tropfen stieben wie Tropfen stieben. Mit
Diamanten gar kein Vergleich.

Alle Wiesen grasgrün. Raben raben
schwarz. Rosen rot. Alles wie sichs gehört.
Wie jedes sich selbst gehört. Prallgefüllt
mit tieffliegenden Mücken drohen die
Schwalben zu platzen vor Glück.


Ulla Hahn

    • #Sommer
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  • 2 days ago
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Sei still…

Als ich der Mutter meinen Kummer klagte,
Ich höre noch, was sie dem Kinde sagte
Mit einem Lächeln, wie ich’s nie gesehn -
„Sei still, es wird vorübergehn.”

So hielt ich still. Und manches ging vorüber.
Denn alles geht vorüber mit der Zeit:
Das große Glück. Das Frösteln und das Fieber.
Selbst ein Novembertag, ein noch so trüber.
Beständig bleibt nur Unbeständigkeit.

Als dann der große Zweifel an mir nagte,
- Ich wusste schon, dass man es keinem klagte
Und dass sogar die Freunde missverstehn -
So oft ich damals an mir selbst verzagte,
war es die leise Stimme, die mir sagte:
Sei still, es wird vorübergehn.

Was ist nicht alles schon dahingegangen
Wie Schneegestöber und wie Windeswehn…
und dennoch hab ich jetzt erst angefangen,
Den Dingen auf den Grund zu sehn.
Wer nichts begehrt, der ist nicht zu berauben,
Gespenster sind nur dort, wo wir sie glauben.
Ich habe lange, lange nicht geklagt.
Nichts tut das Leid dem, der „es tut nichts” sagt.
Sei der du bist. Mag kommen, was da will.
Es geht an dir vorüber, bist du still.


Mascha Kaléko

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  • 1 month ago
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Norway, near the north cape, March 2011
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Norway, near the north cape, March 2011

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  • 1 month ago
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Ich setze mich sehr gerne zwischen Stühle.
Ich säge an dem Ast, auf dem wir sitzen.
Ich gehe durch die Gärten der Gefühle,
die tot sind, und bepflanze sie mit Witzen.

Erich Kästner

    • #gedicht
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    • #Gefühle
  • 1 month ago
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Der Fremde

Sie sprechen von mir nur leise
Und weisen auf meinen Schorf.
Sie mischen mir Gift in die Speise.
Ich schnüre mein Bündel zur Reise
Nach uralter Vorväter Weise.
Sie sprechen von mir nur leise.
Ich bleibe der Fremde im Dorf.

Mascha Kaléko

    • #gedicht
    • #kaléko
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  • 1 month ago
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Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!

Sie zu halten, wäre das Problem.

Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,

wo ein endlich Sein in alledem? –

Rilke

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    • #Zeitvertreib
  • 1 month ago
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Winternacht

Müde schleicht er nachts umher
Grau und faltig sein Gesicht.
Das Haus steht einsam, still und leer
Nirgendwo brennt mehr ein Licht.

Schnee fällt leise auf die Dächer
Äste knacken leicht im Wind.
Auch die Menschen werden schwächer
Manche werden langsam blind.

Der kalte Wind kriecht in das Haus
Er sitzt und starrt und spürt es nicht.
Ein tiefer Schrei will aus ihm raus
Der Atem stockt - das Herz zerbricht.

22/11/03

    • #Winter
    • #Gedicht
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  • 1 month ago
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Die Birken singen leiseDie Sonne sirrt und schweigtWir sind auf der ReiseFür unbestimmte Zeit
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Die Birken singen leise
Die Sonne sirrt und schweigt
Wir sind auf der Reise
Für unbestimmte Zeit

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  • 3 months ago
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Source: Spotify

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  • 3 months ago
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Ein Winterabend

Mondschein bricht durch kahle Äste,
silbern glitzern Schnee und Eis.
Alle Menschen feiern Feste,
Kirchenglocken klingen leis’.

Pferde wiehern in den Ställen,
schnaubend, frierend stampfen sie.
Raureif liegt auf ihren Fellen,
so kalt wie dies’ Jahr war es nie.

Drinnen, hört, da lacht ein Kind.
Kerzen leuchten in die Nacht.
Um die Häuser streift der Wind,
und die Hunde halten Wacht.

© E.G.

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  • 5 months ago
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Funeral Blues


Stop all the clocks,
cut off the telephone,
Prevent the dog from barking
with a juicy bone,
Silence the pianos
and with muffled drum
Bring out the coffin,
let the mourners come.

Let aeroplanes circle
moaning overhead
Scribbling on the sky
the message He Is Dead,
Put crepe bows round the white necks
of the public doves,
Let the traffic policemen
wear black cotton gloves.

He was my North, my South,
my East and West,
My working week
and my Sunday rest,
My noon, my midnight,
my talk, my song;
I thought that love would last for ever:
I was wrong.

The stars are not wanted now;
put out every one;
Pack up the moon
and dismantle the sun;
Pour away the ocean
and sweep up the wood;
For nothing now
can ever come to any good.

(W.H. Auden)

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  • 5 months ago
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Einmal sollte man..

Einmal sollte man seine Siebensachen
Fortrollen aus diesen glatten Geleisen.
Man müßte sich aus dem Staube machen
Und früh am Morgen unbekannt verreisen.

Man sollte nicht mehr pünktlich wie bisher
Um acht Uhr zehn den Omnibus besteigen.
Man müßte sich zu Baum und Gräsern neigen,
Als ob das immer so gewesen wär.

Man sollte sich nie mehr mit Konferenzen,
Prozenten oder Aktenstaub befassen.
Man müßte Konfession und Stand verlassen
Und eines schönen Tags das Leben schwänzen.

Es gibt beinahe überall Natur,
- Man darf sich nur nicht sehr um sie bemühen -
Und soviel Wiesen, die trotz Sonntagstour
Auch werktags unbekümmert weiterblühen.

Man trabt so traurig mit in diesem Trott.
Die anderen aber finden, daß man müßte…
Es ist fast so, als stünd man beim lieben Gott
Allein auf der schwarzen Liste.

Man zog einst ein Lebenslos “zweiter Wahl”.
Die Weckeruhr rasselt. Der Plan wird verschoben.
Behutsam verpackt man sein kleines Ideal.
- Einmal aber sollte man… (Siehe oben!)

Mascha Kaleko

    • #mascha kaléko
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  • 7 months ago
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A walk in the woods. Hamburg, September 2012
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A walk in the woods. Hamburg, September 2012

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  • 7 months ago
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In the woods III. Hamburg, September 2012
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In the woods III. Hamburg, September 2012

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  • 7 months ago
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In the woods II. Hamburg, September 2012
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In the woods II. Hamburg, September 2012

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  • 7 months ago
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    Palm Springs, Calif.: May, 2013. Ralph Gibson bored with a nude. Leica S2. Leica-S 2.5/70. Aperture. Silver Efex Pro 2.

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    Los Angeles, Calif.: April, 2013. Girl admiring vintage Man Ray prints at Paris Photo LA. Fuji X-Pro 1. XF 35/1.4 R. Aperture.

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